Ein schlecht formulierter Arbeitsvertrag kann für Schweizer Unternehmen teuer werden – insbesondere für KMUs, HR-Manager oder Treuhänder, die täglich mit Verträgen zu tun haben. In der Praxis treten die gleichen Fehler immer wieder auf, die leicht vermieden werden können – wenn man weiß, worauf man achten muss.
Hier sind die drei häufigsten Fallstricke in Schweizer Arbeitsverträgen – inklusive Tipps, wie man sie vermeiden kann:
1. Falsche Kündigungsfristen
Was viele falsch machen:
In vielen Arbeitsverträgen sind die Kündigungsfristen falsch angegeben, insbesondere während der Probezeit. Oft steht dort:
„Während der Probezeit kann jede Partei mit einer Frist von 7 Tagen kündigen. Die Probezeit beträgt 6 Monate.“
❌ Das Problem:
Gemäß Art. 335b OR darf die Probezeit maximal 3 Monate dauern. Eine längere Probezeit ist ungültig, was zu Missverständnissen und Streitigkeiten führen kann.
✅ Der richtige Ansatz:
Im Vertrag sollte klar beschrieben sein:
„Die Probezeit beträgt 3 Monate. Während dieser Zeit kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 7 Tagen gekündigt werden.“
2. Unklare oder unzulässige Überstundenregelungen
Typischer Fehler:
Viele Verträge enthalten pauschale Aussagen wie:
„Überstunden sind im Gehalt inbegriffen.“
❌ Das Problem:
Gemäß Art. 321c OR müssen Überstunden kompensiert oder bezahlt werden – vorausgesetzt, sie sind angeordnet oder notwendig und zumutbar für den Arbeitnehmer. Eine pauschale Abgeltung ist nicht immer zulässig, insbesondere bei niedrigeren Gehaltsstufen.
✅ Besser ist:
„Überstunden werden nur mit vorheriger Genehmigung des Vorgesetzten geleistet und können durch Freizeit gleicher Dauer oder durch Lohn ausgeglichen werden.“
Und: Regelmäßige Zeiterfassung ist verpflichtend.
3. Fehlende Bezugnahme auf Gesamtarbeitsverträge (GAV)
Oft übersehen:
In bestimmten Branchen gelten Gesamtarbeitsverträge (z.B. Bau, Gastronomie, Reinigung), aber im individuellen Arbeitsvertrag fehlt ein Hinweis darauf.
❌ Risiko:
Wenn ein GAV Vorrang hat, ist der individuelle Vertrag in bestimmten Punkten ungültig. Dies kann Gehälter, Ferien oder Kündigungsfristen betreffen – und bei Kontrollen teuer werden.
✅ Was zu tun ist:
Fügen Sie dem Vertrag hinzu:
„Der Gesamtarbeitsvertrag für die Reinigungsbranche in seiner aktuell gültigen Fassung gilt.“
Und fügen Sie alle relevanten Regelungen und Anhänge bei (z.B. Spesen, Datenschutz).
Fazit: Fehler mit Jurilo vermeiden
Ein falscher Vertrag kann zu hohen Kosten, Abmahnungen oder Klagen führen – oftmals genügen schon ein paar falsche Formulierungen.
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